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Partnerschaft mit Pfadfindern aus Polkowice (Polen)

Schon Ende der 80er Jahre gab es erste Kontakte zwischen den Gemeinden Polkowice und Sickte. Diese Freundschaft entwickelte sich und 1996/97 wurde dann ein Vertrag über die Freundschaft und Zusammenarbeit unterschrieben. Unter der Delegation, die dazu nach Sickte reiste, war auch einer der dortigen Pfadfinder. Und wie es der Zufall wollte, was auch ein Leiter unseres Stammes anwesend. Schnell knüpften die Leiterrunden der Stämme ersten Kontakte und informierten sich auch vor Ort über den anderen Verband.

Halinas Orientierungssinn Nachdem so die erste Freundschaft geschlossen wurde, entschieden wir uns im Frühjahr 1998, einen Freundschaftsvertrag zu schließen. Ziel des Vertrages ist es, durch Jugendaustausch das Verständnis füreinander zu verbessern, Vorurteile zu überwunden und die gemeinsame Verantwortung der Pfadfinderinnen und Pfadfinder für die Gestaltung der Zukunft eines freien Europas zu fördern. Außerdem wurde festgelegt, dass jedes Jahr gemeinsame Aktionen stattfinden sollen.

Dies wurde auch schon im selben Jahr in Angriff genommen. Da die Basis der Pfadfinder aus Polkowice kurz vorher abgebrannt war, fand das erste gemeinsame Lager auf deutschem Boden statt. In Schwarz an der Mecklenburgischen Seenplatte wurden die Zelte aufgeschlagen und für die Pfadfinder begann eine Woche, wie sie noch nie dagewesen war, denn dies war die erste Begegnung, an der neben den Leitern auch die Kinder und Jugendlichen teilnahmen. Aber alle Probleme wurden gemeistert und zwischen Kanufahren und Lagerfeuer festigte sich die Freundschaft. Nach einer Woche hieß es Abschied zu nehmen, aber nicht für immer, denn die Einladung nach Ostrowo bei Danzig wurde sogleich ausgesprochen.

Integrative Tanzspiele Und so sahen wir uns nach einem Jahr wieder. Mit viel "Hallo" kamen wir am Zeltplatz der polnischen Pfadfinder in Ostrowo an. In den 10 Tagen, die wir gemeinsam verbrachten, standen neben dem Besuch von Gdańsk (Danzig) viele pfadfinderische Aktivitäten und natürlich Baden in der nahen Ostsee auf dem Programm. Und immer wieder wurden die Unterschiede zwischen den beiden Verbänden deutlich. Vor allem die Disziplin...

Im Jahr 2000 gab es dann gleich zwei Begegnungen. Zuerst das Musikfestivel in Polkowice. Mehrere hundert Pfadfinder aus dem Bezirk Dolnośląska trafen sich und trugen Lieder, Panthomimen und Tänze vor. Auch wir waren dabei und für ein polnisches Lied, das wir vortrugen, erhielten wir sogar einen Sonderpreis. Kurze Zeit später feierten wir von unserem Stamm das 10-jährige Jubiläum in Cremlingen. Dazu luden wir natürlich unseren Partnerstamm ein. In einer Jurtenburg wurde gefeiert, in der Garage geprobt. Denn spontan fand sich eine Band zusammen, die am Sonntag den Gottesdienst musikalisch bereicherte.

Dann war erstmal eineinhalb Jahre Ruhe. Denn es war abgemacht, den Jahreswechsel 2002/03 in einem Haus im Riesengebirge zu feiern. Dass dort Schnee liegt, war klar und auch gewollt. Aber ein bißchen weniger hätte es dann doch sein können. Für den letzten Kilometer haben wir fast so lange gebraucht wie bis zur polnischen Grenze. Denn Szklarska Poręba versank im Schnee. Nach vielen Mühen und Schieben (und unter dem Verlust eines VW-Busses) erreichten wir schließlich spät abends das Haus. Dort wurden wir freudig begrüßt. Bis zu unserer Abfahrt eine Woche später bescherten uns die Schneemassen so manche Freude (man denke nur an die unzähligen Schneeballschlachten), aber auch Enttäuschungen ("Wo ist denn der größte Wasserfall Polens? Ich sehe nur eine riesige Schneewand!"). Nach der Erholung von der ausgiebigen Silvesterfeier (die wir aufgrund einer kaputten Autoscheibe fast in einer Werkstatt verbracht hätten) ging es auf die Rückreise. Und in ein neues Abenteuer. Denn wenige Stunden später war der Ort praktisch von der Außenwelt angeschnitten. Und wir fuhren die ganze Nacht durch auf Polens Landstraßen, bis wir endlich in Frankfurt (Oder) einen geöffneten Grenzübergang fanden. Fazit: Abenteuer pur!

Zeitungstanz 2002 besuchte dann eine kleine Gruppe von uns wieder das Musikfestival in Polkowice. Nachdem unsere Dolmetscherin 10 Stunden vorher abgesprungen war, eine Fahrt ins ungewisse. Aber hier zeigte sich, dass die Verständigung auch ohne Polnisch hervorragend klappt. Und so verbrachten wir die Nacht zu Sonntag singend, spielend und Spaß habend in einem Flur der Schule, in der die Teilnehmer untergebracht waren. Nach einer sehr kurzen Nacht gab es dann bei der Siegerehrung einen Sonderpreis für uns und einen Deutsch-Aufsatz für eine polnische Pfadfinderin (zu was so ein paar deutsche Pfadfinder alles gut sind...). Schließlich neigte sich auch diese Aktion dem Ende zu und einig, dass sich die weite Fahrt gelohnt hat, machten wir uns auf den Heimweg.

Im Sommer fand dann wieder ein Zeltlager in Deutschland statt. Diesmal in Spreeau in der Nähe vom Berlin. Und so war es natürlich unumgänglich, unseren polnischen Gästen die deutsche Hauptstadt und ihre Sehenswürdigkeiten zu zeigen. Der nahe See wurde zum Baden und Bootfahren genutzt und auch unser Floß wurde mal wieder aufgebaut. Erwähnenswert ist auch die Lagerolympiade. Die polnischen Pfadfinder machten sich bereit auf die Olympischen Spiele und waren dann begeistert, als sie die verschiedenen Aktionen sahen. Da hieß es nicht Laufen, Springen, Werfen, sondern Klettern, Hindernislauf, Bogenschießen und Popcorn machen. Auch das T-Shirt-Batiken war eines der Highlights dieses Lagers, hatten es doch viele der Teilnehmer noch nicht gemacht. Und nach vielen netten Tagen (und noch netteren Nächten) hieß es dann Abschied nehmen. Aber wie immer nicht für immer, sondern nur bis nächstes Jahr, denn dann werden wir wieder nach Polen fahren.

Gesagt, getan, das Jahr drauf trafen wir uns zum zweiten Mal in Ostrowo. 14 Tage Spiel, Spannung, Spaß und ein sehr langer Appell mit der Obrigkeit aus Polkowice sind die Erinnerungen. Und ein Lob, dass die dortige Diözesanvorsitzende noch nie eine so disziplinierte DPSG-Gruppe gesehen hat. Außerdem fand dort die erste Trinationale Begegnung statt. Zwei neuseeländische Pfadfinder nahmen ebenfalls an dem Lager teil und berichteten uns an einem Abend auch ein wenig von den dortigen Pfadfindern und was dort anders läuft.

Wie berührt möglichst wenig von mir den Boden Die nächste Begegnung sollte eigentlich im Harz im Schnee stattfinden. Nur leider ließ das Wetter uns im Stich und es fiel kein Schnee. Den hatten wir wahrscheinlich schon im Winterlager vor zwei Jahren aufgebraucht. Und so mussten wir das Programm halt ohne Schnee durchführen. Eine Sylvesterfeier mit einer Feuershow als Highlight, Wanderungen in der Umgebung und ein Tagesausflug nach Goslar standen auf dem Programm. Daneben noch viele Abende mit Spielen und Liedern. Und trotz der Schneelosigkeit war es ein gelungenes Lager.

Schnee hatten wir auch bei der nächsten Begegnung nicht. Es wäre aber auch sehr ungewöhnlich, wenn im Mai in Polkowice Schnee läge. Denn wir waren wieder zum Musikfestival eingeladen. Das stand ganz im Zeichen des EU-Beitritts Polens. Nach den Aufführungen gab es ein groß angelegtes Spiel mit allen Teilnehmern. In Gruppen galt es, die verschiedenen Länder Europas zu "bereisen" und dort länderspezifische Aufgaben zu erledigen. Und uns fiel natürlich die Ehre zu, Deutschland zu repräsentieren. Das Fußballspielen haben die polnischen Kinder sehr gut geschafft, aber dass ein deutsches Nationalgericht weder Pizza noch Spaghetti ist, hat einige Gruppen doch überrascht. Nach der Europareise ging es dann zum Schwimmen in den Aqua-Park, bevor es für die meisten Teilnehmer wieder nach Hause ging. Und auch für uns endete diese Begegnung am nächsten Tag. Natürlich nicht ohne eine Einladung für das nächste Treffen.

 

Als Download gibt es auch eine kleine Chronik im .pdf-Format, in der neben ein paar Fotos auch ausführlichere Berichte zu finden sind.

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